Historisches
Kurzer Abriß zur Eroberung des amerikanischen Westens
In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts endete das Gebiet der nordamerikanischen Union am Mississippi. Pennsylvania wurde schon als der Westen bezeichnet.
Die Ausbreitung der Oststaaten bis zur Westküste ist stark mit der Glaubensgemeinschaft der Mormonen verbunden gewesen. Diese entstand um 1830 und die merkwürdigen Sitten und Gebräuche der Mormonen erregten damals den Unmut der restlichen Bevölkerung.
Um der drohenden Glaubensverfolgung zu entgehen, verließ die Mormonengemeinde 1845 die Oststaaten, um im Wilden Westen eine neue Heimat zu finden.
Mit ihren Siedlerwagen bahnten sie sich den Weg Richtung Westen.
Durch zahlreiche Entbehrungen erschöpft, ließen sich viele dort nieder, wo ihnen die Landschaft alles notwendige bot.
Die weiterziehenden Glaubensbrüder bestiegen noch die Rockys und ließen sich am Großen Salzsee nieder.
1848 mit den ersten Goldfunden in Kalifornien, zogen zehntausende Glücksuchende in die fast unbewohnten Gebiete am Pazific.
San Francisco 1846 mit ca. 600 Einwohnern wurde zur Metropole und hatte nur 6 Jahre später eine Bevölkerungszahl von 350000 .
Zwischen den aufblühenden Staaten im Westen und den Staaten in Osten lag jedoch ein riesiges Gebiet, der Lebensraum der dort noch uneingeschränkt lebenden amerikanischen Ureinwohner.
Es entstand die Notwendigkeit einer ständigen Verkehrsverbindung.
Postkutschen und reitende Postboten konnten den Anforderungen nicht mehr gerecht werden.
Die Reisedauer von Ost nach West lag bei ca.3-4 Wochen.
1862 erteilte der amerikanische Kongreß die Baugenehmigung der ersten Pacific-Bahn an zwei Gesellschaften.
Die Union Pacific baute von Omaha aus westwärts und Central Pacific von San Francisco gen Osten.
Am 10.Mai 1869 trafen sich beide Bahnen am Promontory Point am Großen Salzsee.
Zur feierlichen Begegnung der beiden Bahnen wurde das letzte Verbindungsstück, bestehend aus einen in Silber eingelegten Schienenstück, mit einem goldenen Schienennagel eingeschlagen.
Diese wurden allerdings kurz darauf wieder entfernt und werden noch heute bei der Central Pacific in Sacramento aufbewahrt.
Die Gesamtlänge der ersten amerikanischen Bahn quer durch das Land, beträgt 5320 km.
Insgesamt waren ca. 20000 Arbeiter daran beteiligt.
Die Fahrzeit verkürzte sich nun auf 6 Tage.
Um 1880 entstanden 4 weitere Pacific Bahnen und heute beträgt die Länge des Schienennetzes in den USA und Kanada rund 485000 km.
So beeindruckend die damaligen technischen Leistungen auch waren, so sollte aber auch an diese Stelle angedacht werden, dem damit verbundenen, unverdienten Untergang der Kinder Manitus, des Großen Geistes.
Zur Zeit um 1870 enstanden weitere viele kleinere Bahngesellschaften, welche zur Erschließung der gewaltigen Kohle-,Erz-und Holzverkommen dienten.
Technisch interessante Bahnlinen gab es u.a. in Colorado, wobei die Durango-Silverton sicherlich die bekannteste ist, da diese als Touristenattraktion heute noch betrieben wird.
In den schwer zugänglichen Gebieten kam die Schmalspurbahn mit einer 3 Fuß (912 mm) Spurweite zum Einsatz. ( bei unseren Gartenbahnen mit 45 mm Spurweite entspricht dies einem Maßstab von 1:20,3)
Das vorwiegende Baumaterial für bahntechnische Bauten war damals Holz. Es war meist vor Ort sofort verfügbar und somit auch das billigste Baumaterial.
Große Brücken, beeindruckende Trestlekonstruktionen, Gebäude und vieles mehr wurde aus Holz gebaut. Man bedenke, daß im Westen der USA Bäume mit einem Stammdurchmesser von 5m und einer Höhe bis zu 90 m keine Seltenheit waren.
Der gewaltige Bedarf an Bauholz ließ eine Unzahl von kleineren Waldbahnen entstehen.
Diese sind auch ein sehr beliebtes Thema für die Gartenbahn.
Auf dem Waldbahnen gab es die interessantesten und auch kuriosesten Maschinen und Gefährte.
Es seien nur die beliebten Getriebe-Dampfloks; Steam Donkeys; Schienen LKWs und Wagons erwähnt.
Das war ein kleiner Einblick zu Hintergrund unseres Hobbys und wird sicherlich noch von mir erweitert.